Bischofshofen -Creative Common photo Pekka Tamminen

Nun hat der Teufelskerl nun wahr gemacht, was sich in den letzten Tagen angekündigt hatte. Und irgendwie hatte es sich in dieser noch gar nicht so langen Saison des Winters 2018-2019 schon früh angedeutet, dass Ryouyu Kobayashi Großes vor hat.

Auch wenn es in der letzten Saison noch nicht ganz so erfolgreich lief, konnte man doch bei dem jungen japanischen Springer doch bereits eine deutliche Steigerung zum Winter 2016-2017 feststellen und zum Beginn der Weltcup-Saison 2018/19 schaffte er es in Wisła zum ersten mal in seiner Karriere als Dritter auf einen Podestplatz.

Und nur eine Woche darauf ging es dann richtig los. Kobayashi holte seinen ersten Weltcupsieg, nur um sofort zwei weitere darauf folgen zu lassen. Und zu Beginn der Vierschanzentournee hatte er bereits seinen vierten Sieg geholt und lag im Gesamtweltcup nun ganz klar in Führung. Damit war er auch für den Saisonhöhepunkt um den Jahreswechsel der Topfavorit und allen Beteiligten war klar, dass man an dem 22-jährigen erst einmal vorbeikommen muss, wenn man denn selber eine Chance auf den Gesamtsieg haben wollte.

Aber auch die Vierschanzentournee begann, wie die bisherigen Springen der Saison aufgehört hatten. In Obersdorf sprang Kobayashi die gesamte Konkurrenz in Grund und Boden und alle die anderen Springer, die sich zuvor Hoffnungen gemacht hatten, konnten nur hinterher schauen, wie der Japaner da mal wieder unbekümmert die Schanze heruntergesegelt kam.

Und auch in Garmisch-Partenkirchen war Kobayashi das Maß aller Dinge. Einzig der Markus Eisenbichler konnte bei den ersten beiden Springen der Torneee mit ihm mithalten und lag mit ganz knappen Rückstand auf Platz 2. Im Gesamtweltcup war Eisenbichler eigentlich schon abgeschlagen, zeigte aber auf den deutschen Stationen der Vierschanzentournee seine bisher besten Saisonleistungen.

Nun ging es also nach Österreich, zuerst nach Innsbruck und dann zum Abschluss nach Bischofshofen. Und natürlich hat Kobayashi auch beim dritten Springen wieder alle übertrumpft, profitierte aber auch von den Fehlern Eisenbichlers, die halfen, den Vorsprung auf den Deutschen nun ordentlich auszubauen.

Und das letzte Springen in Bischofshofen sollte nun der ganz große Triumph werden. Aber auch Überflieger zeigen manchmal Nerven, und so auch Kobayashi. Nach der Qualifikation und dem ersten Springen lag der Japaner überraschend nicht an der Spitze und plötzlich kam sogar noch einmal etwas wie Spannung auf.

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Aber dieser Winter ist bislang nun einmal die Saison des Ryouyu Kobayashi und bei seinem allerletzten Sprung bei dieser Vierschanzentournee schaffte er mit 137,5 Metern wieder einmal eine Weite, bei der die Konkurrenz nur noch staunen konnte. Auch wenn noch 3 weitere Springer am Start war, brach das japanische Team bereits in Jubel aus, der auch noch anhielt, als die restlichen Springer, unter ihnen auch Markus Eisenbichler ins Tal gesegelt waren.

Es sei ihnen gegönnt, der letzte japanische Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee durch Kazuyoshi Funaki ist nun auch schon mehr als 20 Jahre her.

Damit hatte Kobayashi nun alle vier Tageswertungen und natürlich auch den Gesamtsieg in seiner Tasche, Eisenbichler beendete das Springen in Bischofshofen auf Platz 5 konnte aber in der Gesamtwertung der zweiten Platz vor dem deutschen Stephan Leyhe verteidigen.

Wie vor ihm bisher nur Sven Hannawald und Kamil Stoch konnte Ryouyu Kobayashi alle vier Stationen der Vierschanzentournee gewinnen und somit historisches geschafft. Beim Kegeln würde man wohl sagen: "Alle Neune!" Dem kann man nur Respekt zollen, vor einem Jahr hätte im japanischen Team nicht einmal der diesjährige Gesamtsieger von dieser Leistung geträumt. In dieser Saison ist und bleibt Kobayashi nun ganz klar Favorit auf den Gewinn des Gesamtweltcups, bei dem er mit großen Abstand in Führung liegt und auch für die Ende Februar startende Weltmeisterschaft im österreichischen Seefeld.

Ganz großes Kino, Herr Kobayashi. Auch für den Rest der Saison kann man Ihnen da nur weiterhin viel Erfolg und Hals- und Beinbruch wünschen.