So jetzt füllen wir auch einmal anderes Kategorien mit ein bisschen Leben. Bisher dominieren ja eher die populären Ballsportarten, dass müssen wir doch langsam mal ein bisschen ändern. Deshalb diesmal mal etwas zum Thema Ringen, und auch wieder zusätzlich in der Domäne Scorum.de. Ich bin mir sicher, da kommt in der Zukunft noch eine Menge mehr. Freu mich schon drauf!

Und wieder hat Deutschland einen Sporthelden mehr. Dieses Mal aber nicht jemanden, der einem Ball hinterher hetzt, ihn tritt, wirft oder drippelt, sondern jemanden, der andere auf die Matte wirft.

Als erster Ringer überhaupt, hat es Frank Stäbler diesen Freitag geschafft, in drei verschiedenen Gewichtsklassen Weltmeister im Ringen zu werden. Im Finalkampf bei den Wettkämpfen in Budapest besiegte er den ungarischen Lokalmatadoren Balint Korpasi knapp mit 2:1.

Der in der Griechisch-Römischen-Kategorie antretende Stäbler war wohl selber ziemlich überrascht von seiner Leistung. In der Vergangenheit hat es einigen Aufruhr gegeben, nicht zuletzt hatte er sich sogar mit dem Vorsitzenden seines Trainingsvereins überworfen, was letztendlich dazu führte, dass er zwischenzeitlich im Kuhstall seiner Eltern seine Trainingsmatten aufbaute.

Auch Verletzungen und eine Teilnahme im Big-Brother Camp konnten ihn aber nicht von seinem Ziel abhalten bzw. ablenken.

Nach dem Gewichtsklassen seit der letzten Weltmeisterschaft neu geordnet wurden, trat der 29-jährige in diesem Jahr in der Klasse bis 72 Kilogramm an, bei den Wettkämpfen im letzten Jahr in Paris war er bis 71 erfolgreich, und 2015 in Las Vegas im Leichtgewicht bis 66 Kilo.

Der nervenstarke Deutsche hat sich auch nicht vom ungarischen Hexenkessel nervös machen lassen und hat seinen Kampf und Stil gnadenlos durchgezogen. Wie cool und abgeklärt Stäbler ist, hat er besonders im Viertelfinale bewiesen. Nachdem er gegen den Kasachen Demeu Schadrajew bereits mit 0:6 zurück gelegen hatte, fing er sich noch einmal und brachte am Ende einen überzeugenden 10:6 Sieg nach Hause.

Das Halbfinale gegen Rasul Tschunajew aus Aserbaidschan gewann er dann durch zwei Würfe in der Schlussminute. Bereits schien Stäbler bereits überrascht ob seiner Leistung und des erreichten Finales.

Und dort sollte es dann an diesem Freitag in der Budapester Papp-László-Arena zum bisherigen Höhepunkt seiner Karriere kommen, als er in einem packenden Finalkampf seinen ungarischen Gegner Balint Korpasi, welcher selber 2016 Weltmeister wurde, knapp besiegen konnte.

Nachdem er zuerst seinen Sieg kaum selber fassen konnte, und seinen Emotionen freien Lauf ließ, war Stäbler spätestens bei der Ehrenrunde wieder ganz der Alte. Mit Sonnenbrille ließ es sich dann ganz cool von den mitgereisten deutschen Fans feiern, die Augenblicke im Rampenlicht scheint er nur zu sehr zu genießen. Es sei ihm mehr als gegönnt, nach dieser tollen und überzeugenden Leistung.

Bei den nächsten olympischen Spiel muss Stäbler dann aber wohl noch überlegen, in welcher Gewichtsklasse er antritt. Es gibt keine Klasse bis 72 Kilo, also bliebe ihm nur die Wahl auf 67 kg zu reduzieren oder auf 77 kg zuzulegen.

Aber auch in diesen Fällen sollte mit ihm in Tokio zu rechnen sein, lassen wir uns einfach noch einmal überraschen.



Jetzt erst einmal „Herzlichen Glückwunsch“ und viel Spaß beim Feiern!