Handball / dänemark

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Dänemark - Ein würdiger Weltmeister
Niklas Landin - Creative Common photo Wenflou Fassen wir es zum Anfang gleich einmal ganz kurz zusammen: Norwegen, der Finalgegener der dänischen Handball-Nationalmannschaft, hatte im Finale einfach keine Chance. 15.000 Zuschauer im dänischen Herning bekamen ein sehr einseitiges Finale bei den diesjährigen Handball-Weltmeisterschaften zu sehen, in den das norwegische Team nur in den Anfangsminuten mithalten konnte. Bis zum Stand von 4:4 sah es noch so aus, als würden sich hier zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber stehen, aber dann drehte das dänische Team richtig auf. Das Muster war oft ähnlich, hinten im Tor sorgte Torwart Niklas Landin mit seinen vielen starken Paraden immer wieder dafür, dass die Norweger mit ihren Offensiv-Aktionen nicht erfolgreich waren und vorne war es meist der dänische Superstar Mikkel Hansen, der in Gegenzug den Ball im Tor der Norweger versenkte und den eigenen Vorsprung immer mehr ausbaute. Entscheidener Vorteil der Dänen war natürlich die Fankulisse, die jeden Angriff lautstark unterstützte und jede gelungene Aktion sofort frenetisch bejubelte. Spielerisch muss man in diesem Finale wohl insbesondere die Defensive der Dänen hervorheben, welche die Norwegischen Spieler immer wieder zum Verzweifeln brachte. Und da Dänemark dagegen immer wieder vor dem gegnerischen Tor erfolgreich war, stand es zur Halbzeit folgerichtig 18:11 für die Gastgeber. Und so ging es auch in der zweiten Halbzeit weiter. Norweger scheiterte immer wieder vor dem Tor der Dänen, welche im Gegenzug gnadenlos Tor für Tor warfen. Zwischenzeitlich war der Vorsprung auf 26:15 angewachsen, 11 Punkte Führung sind in einem Finale schon ein deutlicher Beweis für einen Klassenunterschied. Und das gegen die Norweger, welche zwei Tage vorher noch den anderen Gastgeber Deutschland aus der eigenen Halle geworfen hatten. Creative Common photo Wenflou Aber nach dem Gewinn der Olympischen Spiele 2016 in Rio war Dänemark wohl endlich mal dran, auch selbst einmal die Handball Weltmeisterschaft zu gewinnen. Nach dem man bisher zwei Mal im Finale gescheitert war, konnte man diesmal eindrucksvoll demonstrieren, wer zur Zeit im Handballsport die Nummer Eins ist. Zehn Siege in 10 Spielen sprechen eine ganz eindeutige und klare Sprache. Die vielen Fans in der Halle waren auf jeden Fall zu Recht begeistert, auch wenn man ihnen vielleicht ein wenig Unsportlichkeit an diesem Abend nicht absprechen kann. So wie sie immer wieder ihr eigenes Team anputschten, so wurde dann aber der Gegner Norwegen bei jedem Ballkontakt gnadenlos ausgepfiffen und ausgebuht. Trotz allem kann man dem dänischen Team zu diesem Erfolg nur gratulieren, und auch ich darf neidlos anerkennen, dass bei dieser Weltmeisterschaft das ohne Zweifel beste Team am Ende den Titel gewonnen hat. Im sogenannten kleinen Finale, der Spiel um Platz 3 trafen zuvor zum zweiten Mal bei diesem Turnier die Mannschaften Deutschlands und Frankreichs aufeinander. In der Hauptrunde durften sich beide Team noch die Punkte teilen, aber diesmal hatte der Ex-Weltmeister Frankreich das bessere Ende für sich. Auch wen beide Mannschaften lieber im richtigen Finale gespielt hätten, gingen alle Spieler doch hochkonzentriert und auch motiviert in dieses Spiel, welches von Anfang bis zum Ende spannend blieb und in dem letzendlich das glücklichere Team gewonnen hat. Kurz vor Ende beim Stand von 25:25 war Deutschland zwar im Ballbesitz, aber wie schon öfters bei diesem Turnier misslang auch diesmal der letzte entscheidene Pass, den die Franzosen abfangen und ihrerseits ihren letzten Angriff erfolgreich abschliessen konnten. 25:26, Schlusssirene, und Deutschland hat verloren. So kann man kurz die letzten Sekunden aus Sicht der anderen Gastgeber zusammenfassen. Trotzdem bleibt ein tolles Turnier, bei dem die deutsche Mannschaft begeistern und das eigene Publikum mitreissen konnte. Und natürlich war das auch die beste Werbung für den Handballsport, der es schwer hat, mit dem Fußball mitzuhalten. Aber fassen wir das Turnier doch einfach mit den Worten des deutschen Torwarts Andreas Wolff zusammen: "Wir haben eigentlich eine tolle WM gespielt." - Genau!
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