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Herbstmeister - Klingt gut, könnte aber auch eine Falle sein
CC source Keine Ahnung wie viele Jahre oder Jahrzehnte das nun schon her sein muss, dass der Hamburger Sportverein sich dieses Titels rühmen durfte. Aber nach dem 2-1 Auswärtssieg beim MSV Duisburg war es auf einmal so weit. Natürlich wird den meisten Anhängern des sechsfachen Meisters aus dem Norden Deutschland zum Ende diesen Jahres dann wohl doch kein langgezogener Jubelschrei von den Lippen kommen. Spielt man doch zum ersten Mal in der Geschichte des Traditionsvereins nicht mehr in der höchsten deutschen Spielklasse, der Fußball Bundesliga, sondern eine Etage tiefer in der zweiten Liga. Wenn man zu den Heimspielen des HSV kommt, spielt der Verein zwar immer noch vor einer mehr als beachtlichen Kulisse von durchschnittlich über 50.000 Fans, doch müssen auch die treuesten Anhänger eingestehen, dass in den letzten Jahren sehr vieles schief gegangen ist. Mit diesem Zuschauerschnitt liegt der HSV übrigens auf dem 20 . Platz der Klubs mit dem weltweit größten Zuschauerschnitt. Für einen Zweitligisten ist das schon eine grandiose Leistung. Nicht der Spieler, sonder der Fans! Den Erwartungen der eigenen Funktionellen nach gehört der HSV in die Champions League, aber die Leistungen des Teams hatten in diesem Jahrzehnt selten zu einem Erstligisten gepasst. Mehrere Male wurde in der letzten Spielzeiten erst kurz vor Ende der Saison oder sogar erst am letzten Spieltag der Klassenerhalt geschafft, aber in der Saison 2017-2018 war es dann nun einmal so weit. Das Boot mit dem stolzen Hamburger Sportverein ging unter, und tauchte nach der Sommerpause zum ersten Mal in der 2. Bundesliga wieder auf. Und auch wenn man sich natürlich den sofortigen Wiederaufstieg auf die Vereinsfahne geschrieben hatte, startete man gleich mit einem Debakel. Das eigene Heimspiel wurde gegen Holstein Kiel grandios verloren, und die Spatzen pfiffen schon den totalen Untergang des HSV von den Zäunen. Nach einem weiteren Debakel vor eigenen Zuschauern tat der Verein dann das, was er am besten kann. Den Trainer feuern. In den letzten 10 Jahren hat man das sage und schreibe 19 Mal geschafft, nur am kurz danach vor dem gleichen Scherbenhaufen zu stehen wie zuvor. Der neue Trainer Hannes Wolf hat überraschender Weise dann aber die beste Startbilanz aller bisherigen HSV-Trainer hingelegt und unter ihm ist das Team noch unbesiegt. Aber wenn man sich dann die Spiele einmal genauer anschaut, fällt einem schnell auf, dass der HSV nicht wirklich immer die dominierende Mannschaft ist. Auf entscheidet die individuelle Klasse der ehemaligen Bundesligaspieler und auch die Erfahrenheit der ganzen Mannschaft. Die Verfolger sind dem HSV weiterhin im Nacken, besonders der andere Absteiger, der 1. FC Köln wird sich nicht so ohne Weitere abschütteln lassen. Und dann ist da noch meine andere Lieblingsmannschaft, der 1. FC Union. Der Klub aus dem Osten Berlins hat bisher noch nie in der 1. Bundesliga gespielt und hat sich derzeit auf dem dritten Platz eingerichtet, welcher für die Relegationsspiele berechtigen würde. Union ist als einziges Team der 2. Bundesliga noch gänzlich unbesiegt in dieser Saison und ich würde es sehr begrüßen, wenn die Eisernen es endlich einmal nach ganz oben schaffen würden, nachdem sie in den letzten Jahren schon so oft vergeblich an die Tür des deutschen Fußballoberhauses angeklopft hatten. Der HSV muss sich also vorsehen, und sollte sich den Titel des Herbstmeisters der 2. Bundesliga nicht zu hoch hängen. Leider haben es die Vereinsoberen bisher immer geschafft, auch die besten und vielversprechendsten Situationen am Ende immer noch in ein Debakel oder Desaster zu wenden. Abgerechnet wird erst am Ende, und bis dahin ist es noch eine halbe Saison hin. Warten wir also erst einmal ab und schauen wir dann im Mai für wen es dann Sekt oder Selters zum Feiern geben wird.
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