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Verlierer des Jahres - Die deutsche Nationalmannschaft
Creative Commons source Das Jahr 2018 würde man beim Deutschen Fußballbund (DFB) am liebsten abhaken und vergessen machen. Aber so einfach wird das wohl auch im nächsten Jahr nicht werden, wie da anzuknüpfen, wo man eigentlich vor einen Jahr dachte zu stehen. Als Weltmeister war man in das Weltmeisterschaftjahr gestartet und am Ende war die deutsche Nationalmannschaft sogar aus der A-Liga der neu gestarteten Nations League geflogen. Aber nach dem blamablen Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft in Russland hat das die deutsche Fußballöffentlichkeit schon gar nicht mehr wirklich berührt. Zuviel war in diesem Jahr bereits schief gelaufen, als das man sich darüber jetzt noch aufregen und wundern würde. 13 Länderspiele: 6 Niederlagen und nur 4 Siege - Das schlechtestes Jahr in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft Am Jahresanfang war die deutsche Fußballwelt noch in Ordnung und das deutsche Team war in der FIFA Rangliste ganz oben. Für die Weltmeisterschaft hatte man sich ganz großes Vorgenommen und alle waren heiß auf das Projekt Titelverteidigung. Als erster Test gab es ein heißes Treffen mit der spanischen Auswahl, und das 1-1 Unentschieden schien alle im Umfeld des DFB zu bekräftigen, dass man alles im Griff hat und sich in die richtige Richtung bewegt. Creative Common source Doch kurz darauf kam es zum Treffen mit dem brasilianischen Team, in dem sich die DFB-Auswahl kaum eine Torchance erspielen konnte und folgerichtig mit 0-1 unterlag. Bundestrainer Jogi Löw schaffte es aber auch nach diesem Spiel wieder einmal die Öffentlichkeit zu besänftigen und im Umfeld des Teams für Ruhe zu sorgen. Kurz vor der WM kam dann aber doch endlich einmal richtig Leben ins Spiel, auch wenn auf ganz andere Art und Weise, als sich das die meisten wohl gewünscht hatten. Auch im dritten Länderspiel des Jahres gab es immer noch keinen Sieg, dafür aber eine peinliche Niederlage gegen den Nachbarn aus Österreich. Und wenn das nicht schon gereicht hätte, kam es nun zum ganz großen PR-Gau, als sich zwei der deutschen Start, Mesut Özil und Ilkay Gündogan, zusammen mit dem türkischen Präsidenten fotografieren lassen hatten. Ungünstiger und ungeschickter hätten das die beiden deutschen Spieler mit türkischen Wurzeln nicht machen können, unmittelbar vor Beginn der WM die daraufhin losgetretene Debatte zu entfachen. Fast schon Nebensache war dann die WM-Generalprobe gegen Saudi-Arabien, bei der man sich nur letztendlich zu einem 2-1 Sieg zitterte. Und dazu die Debatte um Torwart Neuer, der trotz monatelanger Verletzung von Trainer Löw sofort wieder als Nummer 1 gesetzt wurde. Die Zeichen standen also bereits auf Sturm, auch wenn die Erwartungen an das deutsche Team immer noch hoch waren. Creative Common source Und dann kam das erste Vorrundenspiel gegen Mexiko, in dem man unerwartet aber wahrscheinlich dann doch folgerichtig eine 0-1 Niederlage kassierte. Die harmlose deutsche Mannschaft hatte den kämpfenden und geschickt konternden Mexikanern nicht viel entgegenzusetzen. Ein Aufschrei ging durch Fußball-Deutschland. Das zweite Spiel gegen Schweden war dann bereits ein erstes Endspiel, welches man dann auch nur ganz glücklich 2-1 gewinnen konnte. Die Stimmung besserte sich natürlich bedeutend aber an der Spielweise der Deutschen hatte sich leider nicht viel geändert. Das rächte sich dann ganz böse in Spiel Drei gegen Südkorea. Mit einem Sieg wäre Deutschland in die nächste Runde eingezogen und eigentlich zweifelten nur wenig daran. Aber Jogi Löw setzte mit Khedira und Özil auf die falschen Spieler und die deutsche Mannschaft ging überraschend mit 0-2 unter und musste zum ersten Mal überhaupt bei einer WM bereits nach der Vorrunde die Koffer packen. Deutschland war fassungslos! Wer jetzt dann aber gedacht hätte, dass der DFB aus seinen Fehlern lernen würde und einen klaren Neuanfang planen würde, sah sich getäuscht. DFB-Präsident Reinhard Grindel legte schnell fest, dass man weiterhin mit Jogi Löw arbeiten werde und dieser das Team auch in die im Herbst startende Nations League führen wird. Auch an den meisten Spielern, welches bei der WM so grandios gescheitert waren hielt man weiterhin fest. Ein Neuanfang sieht anders aus! Im ersten Spiel gab es dann ein Treffen mit dem frisch gekürten Weltmeistern aus Frankreich, genau der richtige Härtetest um zu zeigen, wo die deutsche Mannschaft jetzt denn nun steht. Am Ende gab es ein 0-0 Unentschieden, welches die Deutschen dann auch fast schon als Sieg gefeiert habe. Man sah sich wieder auf dem richtigen Weg, aber wie wir ja alles wissen, war das Jahr noch lange nicht zu Ende. Im nächsten Testspiel traf man auf Peru und auch hier konnte sich das deutsche Team nur ganz knapp durchsetzen und mit 2-1 gewinnen. Eine nächste Enttäuschung konnte erst kurz vor dem Ende durch ein spätes Tor durch den erstmals eingewechselten Nico Schulz verhindert werden. Und dann musste man zum zweiten Spiel der Nations League in die Niederlande, welche bei der diesjährigen Weltmeisterschaft nur Zaungäste geblieben waren. Mit 0-3 wurde das deutsche Team nach Hause geschickt und klar gemacht, welcher Mannschaft wohl die Zukunft gehören könnte. Ein weiterer peinlicher Tiefpunkt. Bei der Niederlage in Spiel Drei gegen Frankreich zeigte Deutschland dann zwar eine der besten Leistungen in diesem Jahr, scheiterte aber wie im Halbfinale der EM 2016 an dem Franzosen Antoine Griezmann, der beim 1-2 zwei Treffer für de Weltmeister erzielte. Das folgende Freundschaftsspiel gegen Russland konnte man dann zwar mit 3-0 gewinnen, aber so richtig Jubel und Stimmung wollte und sollte in diesem Jahr nicht mehr aufkommen, denn nun ein paar Tage später gab es ein ernüchterndes 2-2 Unentschieden gegen die Niederlande. In diesem letzten Spiel der Nations League hatten die Deutschen bereits mit 2-0 geführt, wurden aber nach dem Anschlusstreffer unsicher und verspielten die letzte Möglichkeit, den Abstieg in die B-Liga zu vermeiden. Für war ein Jahr zum vergessen für die deutsche Nationalmannschaft, auch wenn man zu Ende des Jahres schon wieder leicht Hoffnung auf Besserung schöpfen konnte. Wichtig ist es jetzt die Fehler der Vergangenheit gnadenlos aufzuarbeiten und vor allem auch daraus zu lernen. Um wirklich einen Neuanfang zu schaffen darf der DFB dann aber auch nicht vor rigorosen Veränderungen zurückschrecken. Die nackte Wahrheit ist knallhart: Das deutsche Team wird in der Fifa-Rangliste nur noch auf Position 16 geführt. Das ist das Niveau von 2005 und die meisten, die diesen Absturz zu verantworten haben, werden wohl auch im Jahr 2019 noch mit dabei sein. Und dazu gehören vor allem erst einmal die Spieler und auch der Trainer. Creative Common Source Ob es deshalb nun im nächsten Jahr mit der deutschen Fußballnationalmannschaft wieder nach oben gehen wird, bleibt erst einmal abzuwarten. Die anstehende Qualifikation für die Europameisterschaft 2020, bei der man unter anderem auf die Niederlande treffen wird, wurde zwar schon fast wieder zum Selbstläufer erklärt, aber nach diesem Jahr sollte man in Deutschland ganz vorsichtig sein.Bei der Erneuerung des Teams haben Trainer und DFB bisher nicht wirklich überzeugt und müssen nun endlich in die Pflicht genommen werden zu liefern. Ansonsten könnte es nämlich beim nächsten großen Turnier die deutsche Mannschaft sein, die als Zaungäste von draußen zuschauen müssen.
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