HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH UNION BERLIN zum Aufstieg in die Bundesliga.

Des einen Freud ist des anderen Leid. Während Union Berlin und damit Berlin Köpenick und alle die es mit den „Eisernen“ halten feiern, herrscht in Stuttgart und dem Schwabenland Untergangsstimmung nach dem dritten Abstieg in der Vereinshistorie des VfB.

Der Super-GAU ist eingetreten. Wer dachte der Abstieg 2016 war ein Ausrutscher des VfB Stuttgarts, der wurde am gestrigen Montag im Relegationsrückspiel eines Besseren belehrt. Abermals muss der VfB innerhalb kurzer Zeit in die Zweitklassigkeit gehen.

Doch wie konnte es soweit kommen? Das Ziel vor der Saison war ganz klar das europäische Geschäft, also mindestens die Europa League. Die Investitionen, die vor der Saison in Stuttgart getätigt wurden, sollten diesen Anspruch untermauern und manifestieren. Doch seit gestern wissen wir, dass all diese Investitionen kein Garant für den Erfolg waren. Eine Analyse des Kaders bei den Schwaben zeigt ganz deutlich, dass dies kein Kader ist, der zweitklassig ist. Mit Spielern wie Ziegler, Gomez, Didavi und Castro sowie Badstuber, Gentner und Aogo um nur einige zu nennen darf man NICHT absteigen.

Mit Tayfun Korkut hatte man am Anfang der Saison einen Trainer, der Wochen vorher die Europa League nur knapp verpasst hatte. Nach wenigen Spielen, die nicht die erhofften Ergebnisse brachten, wurde dieser gefeuert und durch Markus Weinzierl ersetzt. Auch Markus Weinzierl ist nicht als Trainer bekannt der mit seinen Mannschaften absteigt. Doch auch unter Weinzierl, der unter den Fans in Stuttgart wenig beliebt war, stimmten die Ergebnisse nicht so dass auch er vorzeitig beurlaubt wurde.

Mannschaft und Kader sowie Trainer kann man nicht unbedingt als Absteiger klassifizieren. Was also sind die Gründe für den erneuten Absturz?

Objektiv betrachtet scheint es so, dass die Probleme in Stuttgart in den Führungsetagen sitzen. Immer wieder war über Querelen im Vorstand und Aufsichtsrat zu lesen. Verdiente Spieler vergangener Tage schimpften immer wieder über die Stuttgarter Führung oder traten gar von Ämtern zurück (siehe Guido Buchwald).

Zu wenig sportliche bzw. fußballerische Kompetenz und zu viele persönliche Eitelkeiten herrschten vor. Entscheidung waren objektiv betrachtet oftmals nicht nachvollziehbar. Der Niedergang des stolzen VfB ist nicht erst seit der vergangenen Saison zu beobachten.

Zu oft in den letzten Jahren blieb die Mannschaft und der Verein hinter den Erwartungen zurück und viele Trainer kamen und gingen auch genauso schnell wieder. Keine Konstanz, keine realistische Selbsteinschätzung und keine Weiterentwicklung der Strukturen waren zu sehen.

Die Quittung bekam man 2016 und nun auch gestern Abend serviert. Der Abstieg war verdient, nicht wegen der beiden Relegationsspiele, sondern wegen der ganzen vergangenen Saison.

Ein Verbleib des VfB in der Bundesliga wäre ein Affront gegenüber dem dritten der zweiten Liga gewesen, der seinerseits eine gute Saison im Unterhaus gespielt hat und es sich damit verdient hatte aufzusteigen.

Der gestrige Abend war also nur die logische Konsequenz!!!!!

Die deutsche Fußball Bundesliga lebt von ihrer Tradition und der Tradition seiner Teams. Vereine wie eben Stuttgart, Hannover, Nürnberg und der HSV, auch Köln oder KSC und auch Mannschaften wie 1860 oder Kaiserslautern gehören in die Bundesliga. Sie gehören zu den großen Namen im deutschen Fußball.

Allerdings hat es in der Vergangenheit immer wieder kleinere Vereine gegeben, die den Sprung in Liga 1 geschafft haben, weil sie besser gescoutet und gewirtschaftet haben. Seit Montagabend ist die Bundesliga um einen dieser Vereine reicher – UNION BERLIN.

Für die Traditionalisten oben gilt, Hausaufgaben erledigen, konsolidieren und neu aufbauen und vor allem

DEMUT üben und die Gegenwart annehmen, um die Zukunft erfolgreich gestalten zu können!!!!!

Aber abgesehenen davon erwartet uns eine 2. Bundesliga Saison die episch ist und mit Traditionsteams gespickt ist.

Gruß

Tomtheone