Dies ist die deutsche Version meines Beitrages zum Happy Moan-Day contest hosted by pete. Ein wunderbarer Wettbewerb um neuen Gesichtern hier bei Scorum eine Plattform zu bieten.


Am letzten Montag hätten das wohl nur die wenigstens Fans des alt-ehrwürdigen Hamburger Sport Vereins gedacht, dass am Wochenende auf einmal ein ganz neues Gesicht auf der Trainerbank Platz nehmen würde.

Und der trotz des ersten Abstieges in die 2. Bundesliga immer noch geschätzte Christian Titz nun auf der langen Liste der vom HSV geschassten Trainer Platz nehmen würde. Wenigsten ist er auf dieser Liste nicht allein, in den letzten 10 Jahren haben sich dort weitere 15 Trainer verewigt, Bruno Labbadia und Rodolfo Cardoso sogar zweimal.

Ja der Trainerposten beim HSV ist ein Schleudersitz, aber das es nun auch Christian Titz treffen würde, war dann doch eher überraschend. Titz hatte erst Ende März im Abstiegskampf der letzten Bundesligasaison den Job von Bernd Hollerbach übernommen, der sich gerade einmal 3 Monate dort halten konnte. Aber auch Titz konnte den allerersten Abstieg in der Geschichte des HSV, der zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Fußball Bundesliga zählt und bis dahin als einziges Team ununterbrochen der obersten deutschen Liga angehörig war, nicht verhindern. Auch wenn sein Team in den letzten Spielen der abgelaufenen Saison auf einmal anfing, zu gewinnen und plötzlich und unerwartet Leben im Verein zu spüren war, hatte es am Ende nicht gereicht und der HSV musste den schwierigen Gang in Liga 2 angehen.

Trotz allem war die Frucht der Arbeit von Christian Titz bereits zu spüren, es herrschte trotz allem Aufbruchstimmung und nicht Untergangsstimmung, und es gelang ihm, einige der Leistungsträger seiner Mannschaft zu halten. Das die 2. Bundesliga kein Zuckerschlecken sein würde, war ihm und den Spielern schon bewusst, wo gegen die Funktionäre das unerwartete Zwischenspiel in Liga 2 am liebsten schnell abhaken wollten. Dem großen HSV darf so etwas doch nicht passieren, aber das vor allem die Vereinsführung an diesem Schlamassel Schuld war, wollte in der Hansestadt dann keiner hören.

In der Vorbereitung wurde dann auch gegen den deutschen Meister aus München gespielt, als wenn man demonstrieren wollte, dass man doch gar nicht in diese Liga gehört und immer noch zu Höherem berufen wäre. Aber das sollte sich ganz schnell rächen, der erste Spieltag hat dem HSV gleich gezeigt, wo es lang geht.

Ein 0:3 im eigenen Stadion gegen Holstein Kiel hat die Mannschaft und den ganzen Verein ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt, und auch wenn in den folgenden Spielen dann einige Siege zu bejubeln waren, gab es am 6. Spieltag beim 0:5 gegen Jahn Regensburg auch wieder auf eigenem Boden das nächste Debakel.

In den 3 folgenden Spielen wurden dann zwar wieder Punkte gesammelt und man befand sich dann immer noch auf dem 5. Tabellenplatz mit nur 2 Punkten Rückstand auf den Tabellenführer aus Köln. Weiterhin also in einer passablen Situation, um das große Ziel Wiederaufstieg nicht aus den Augen zu verlieren.

Den Cup würde Hamburg gerne mal wieder sehen. source

Aber das scheint den Bossen des HSV dann nicht mehr gereicht zu haben, und vor einer Woche gab es dann die kalte Dusche für den Trainer und die Fans des Vereins. Christian Titz wurde mit sofortige Wirkung beurlaubt und mit Hannes Wolf sogar schon der Nachfolger präsentiert und eingeführt.

Wolf nahm dann bereits am Wochenende Platz auf der Trainerbank und konnte bereits einen 1:0 Sieg gegen Magdeburg bejubeln. Der HSV steht jetzt punktgleich mit dem Tabellenführer aus Köln auf dem zweiten Platz, und am kommenden Wochenende gibt es den großen Showdown der beiden Absteiger.

Das nächste Spiel wird dann auch die erste große Bewährungsprobe für den neuen Trainer, ein Spiel worauf sich auch der Christian Titz gefreut hat. Seine ruhige Hand hat letztendlich dazu geführt, dass der HSV nicht total eingegangen ist und sich im Spitzenbereich der 2. Bundesliga halten konnte. Aber 2 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer waren für die überheblichen Bosse des Clubs nicht genug, man hat bereits wieder große hochtrabende Ziele beim HSV, und da musste Christian Titz dann letztendlich als Bauernopfer herhalten.

Man kann für die Mannschaft und die Fans nur hoffe, dass sich diese Entscheidung nicht noch rächen wird. Christian Titz kann ich nur danken für den undankbaren Job den er übernommen hat und die gute Aufbauarbeit, die er uns dann hinterließ.

Viel Erfolg für die Zukunft!

頑張ってください Ganbatte kudasai!
(japanischer Anfeuerungsruf, der z.B. als "Kopf hoch" oder "Gib dein Bestes" interpretiert werden kann)