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Jedes Jahr am letzten Tag vor Heiligabend verwandelt sich die "Alte Försterei", dass Stadion des Ost-Berliner Vereins 1. FC Union Berlin in einen ganz besonderen Ort.

Wo sonst an den vielen Wochenenden einer Saison die leidenschaftlichen Fans spannenden und begeisternden Zweitligafußball zu sehen bekommen, gibt es am heutigen Sonntagabend eine ganz besondere Schau zu genießen.

Zum nunmehr 16. Male treffen sich die besten Fans der Welt auch heute zum nun schon traditionellen Weihnachtssingen, um gemeinsam mit der Unioner Fan-Familie mit einem wärmenden Glühwein auf die Festtage und die bisher so erfolgreiche Saison anzustoßen und zu zeigen, dass Fußballfans nicht nur aus rauen Kehlen Fan-Gesänge schmettern können, sondern auch die feinen Töne treffen.

Dieses Ritual zeigt deutlich, wie eng die Bindung von Verein und Fans gewachsen ist, und ist ein ganz besonderer Ausdruck was es heißt, zur Union-Familie zu gehören. Die 28 500 verfügbaren Tickets waren im Vorverkauf innerhalb von 8 Stunden ausverkauft. Ein klares Zeichen für die große Popularität dieses von Fans für die Fans organisierten Ereignisses.

Angefangen hatte alles ganz klein, als sich im Jahre 2013 eine kleine Gruppe von Union-Fans heimlich ins Stadion schlich, um sich an der Mittellinie noch einmal zu treffen und sich gegenseitig Frohe Weihnachten zu wünschen. Union hatte wieder einmal ein Heimspiel verloren und stand in der Tabelle ganz unten drin im Abstiegskampf. Da wollte man sich gegenseitig noch einmal motivieren und sich der unerschütterlichen Kameradschaft vergewissern.

Bereits im nächsten Jahr war dann der Verein involviert, welcher das von nun an jährlich in seinem Stadion stattfindende Weihnachtssingen absegnete und bei der Organisation mithalf.

Von Jahr zu Jahr kamen mehr Fans an diesem Tag zusammen und das Weihnachtssingen hat seitdem einen festen Platz im Kalender des FC Union Berlin und vieler seiner Mitglieder.

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Wie eng die Verbundenheit zwischen den Fans und auch dem Stadion "Alte Försterei" ist, konnte man bei den großen Umbauarbeiten der Jahre 2008 bis 2013 sehen, als Tausende Union Fans freiwillig und unentgeltlich an ihrem zweiten Wohnzimmer mitgebaut haben. Eine schon jetzt legendäre Geschichte, die es für immer in die Annalen von Union Berlin geschafft hat.

Das Publikum beim Weihnachtssingen ist bunt gemischt und bei den meisten Teilnehmer würde man beim ersten Anblick nicht unbedingt denken, dass aus deren Kehlen auch besinnliche Töne kommen würden. Aber natürlich wird zum Anfang erst einmal von allen die Vereins-Hymne gesungen, denn man ist ja zu aller erst einmal in einem Fußballstadion, in dem normalerweise die besten Fans der Welt ihre Lieder zum Besten geben.

Das Stadion verwandelt sich in ein Lichtermeer aus tausenden von Kerzen und ein ganz besinnliche aber auch aufbauende Stimmung sorgt selbst bei der abgehärtetsten Besuchern, die schon den einen oder anderen schweren Sturm in diesem Stadion erlebt haben, für lang anhaltende Gänsehaut.

An dem heutigen Sonntagnachmittag findet ein paar Autostunden entfernt, für Union das letzte Spiel dieses Jahres statt, bei dem man bei Erzgebirge Aue antreten muss. Für die Fans, die sich auf diese letzte Auswärtsfahrt begeben haben, kann man nur wünschen, dass Union nun wirklich unbesiegt in die Winterpause gehen wird. Als einziges Fußballteam in den deutschen Profiligen ist der 1. FC Union bisher noch unbesiegt.

Und dass man auf der anschließenden Rückfahrt frei Bahn hat und ohne Staus und weitere Probleme schnell wieder zurück in Berlin ist, um um 19 Uhr pünktlich in der "Alten Försterei" sein kann, um mit vielen tausenden gleichgesinnten Menschen zuerst die allen am besten bekannte Vereins-Hymne anstimmen und danach ganz besinnlich die Weihnachtsfeiertage einsingen zu können.

Und weit vor diesem so ganz speziellen Event und auch danach noch bis spät in den Abend wird man im Osten Berlins an den verschiedensten Ecken einen überall bekannten Schlachtruf erklingen hören, welcher auch im nächsten Jahr nichts an seiner Popularität einbüßen wird.

EISERN UNION!!


Frohe Weihnachten alle zusammen!