Bundesliga-Reli 2019: Der Bundesliga-Sechzehnte gegen den Dritten der 2. Liga.

Der VfB Stuttgart trifft auf den 1.FC Union Berlin. Ein fünfmaliger deutscher Meister trifft auf eine Mannschaft, die bisher überhaupt noch nicht ein einziges Male in der deutschen Bundesliga gespielt hat.

Klingt nach einer klaren Sache könnte man denken. Aber nach dem Hinspiel in der letzten Woche dürfen immer noch beide Mannschaften darauf hoffen, in der nächsten Saison in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten zu sein und gegen die ganz großen im deutschen Fußball antreten zu dürfen.

2:2 hieß es nach den ersten 90 Minuten, und der große Underdog Union Berlin hatte nach harten Kampf dem Favoriten in Stuttgart eine Unentschieden abgetrotzt. Und das nach zweimaliger Führung der Gastgeber!

Eine tolle moralische Leistung der Berliner, insbesondere in Anbetracht des Saisonendes in der 2. Bundesliga, bei dem man nur um ein einziges Tor den direkten Aufstieg verpasst hatte. Aber knapp daneben ist auch vorbei, und deshalb müssen (oder dürfen) die Unioner nun sich noch einmal in der Relegation versuchen.

Für die Mannschaft von Urs Fischer geht es im nun wirklich allerletzten Spiel heute Abend um die große Chance, sich auch einmal ganz oben mit den Großen messen zu dürfen. Bayern München statt Dynamo Dresden.

Aber Union hat nicht von irgendwoher den Ruf der "Unaufsteigbaren". Mehrere Male ist man zu vor in der Relegation für die 2. Liga gescheitert, und der Aufstieg in den Profi-Fußball war hart umkämpft.

So wie auch in diesem Jahr, in dem die Fans eine der tragenden Säulen des Vereins geworden sind. Union ist Leidenschaft pur, und auch das Leiden ist man gewohnt.

So richtig will man ja bei Union auch gar nicht aufsteigen, in der 2. Liga hat man sich in den letzten Jahren gut eingerichtet und man konnte die eigenen Fans mit schönen Spielen und vielen Siegen verwöhnen. Das mit den vielen Siegen würde sich in der 1. Bundesliga schlagartig ändern, denn das Union dort mit den großen Teams mithalten könnte, glaubt in Berlin nicht wirklich einer.

Es geht mehr um das große Erlebnis und das Abenteuer, auch einmal ganz oben mitgespielt zu haben.

Aber dazu müsste man heute Abend erst noch einmal den VfB Stuttgart hinter sich lassen. Keine leichte Aufgabe, den die Schwaben haben sich auch noch nicht aufgegeben und könnten mit einem Sieg den Berliner einen großen Strich durch die Rechnung machen.

Sollte Union es aber schaffen, gegen den VfB Stuttgart ein 0:0 oder 1:1 Unentschieden zu erringen oder sogar zu gewinnen, dann würden im Stadion an der Alten Försterei heute Abend Träume wahr und Geschichte geschrieben werden.

Fußballwunder gibt es in der heutigen Zeit des hoch professionalisierten Ballsports kaum noch, deshalb wäre es um zu wichtiger wenn dieser charmante Verein mit seinen tollen lautstarken Fans endlich auch einmal auf die ganz große Bühne gebeten wird.

Aber auch wenn es am Ende wieder einmal nicht reichen sollte, werden zigtausende heisere Kehlen ihre Manschaft nach dieser großartigen Saison feiern. Und damit auch sich selbst, denn man ist ja auch selber ein Teil einer der wundervollsten Mannschaften der Welt.

Union Berlin ist Fußball und Leidenschaft pur, und hoffentlich auch bald in den ganz großen Stadien der Republik zu geniessen.

In diesem Sinne: Und niemals vergessen - Eisern Union!