Dies ist nächste Teil einer kurzen Reihe, die sich um das Saisonende der japanischen J-League dreht. Falls ihr den letzten Teil verpasst habt, der die Ausgangslage dieses Spieles beschreibt, schaut einfach mal hier:

https://scorum.com/en-us/football/@sport-frei/die-entscheidung-jubilo-iwata-gegen-tokyo-verdy


Wie im letzten Beitrag beschrieben, standen sich am Samstag im Yamaha-Stadion in Iwata noch einmal 2 Mannschaften gegenüber, um endgültig zu klären, wer denn im nächsten Jahr erstklassig bzw. zweitklassig spielen würde.

Der 16. der J1 Jubilo Iwata empfing im entscheidenden Relegationsspiel die Mannschaft von Tokyo Verdy, welche sich in den Qualifikationsspielen der zweiten Liga J-2 durchsetzten konnte.

Eine von beiden Mannschaften darf in der Saison 2019 in der obersten japanischen Spielklasse mitmachen, die anderen wird in der zweiten Liga ihr Glück versuchen.

Die Nerven waren auf beiden Seiten also angespannt, denn es gab viel zu verlieren. Die ganze Arbeit einer langen und anstrengenden Saison stand auf dem Spiel, im wahrsten Sinne des Wortes.

Vor einigen Jahren haben beide Mannschaften noch gegeneinander um den Meistertitel gekämpft, diesmal also auch wieder ein Spiel um Alles oder Nichts, aber mit ganz anderen Voraussetzungen.

Jubilo hatte zwar eine längere Pause als die Gäste aus der Hauptstadt, diese waren aber mit einer ordentlichen Portion Schwung angereist, die bisherigen beiden Qualifikationsspiele hatte man jeweils auswärts mit 1-0 gewonnen, und diesen Rückenwind wollte man eigentlich auch im entscheidenden Spiel genießen.

Die Mannschaft von Trainer Miguel Lotina hatte aber bereits in der Anfangsphase des Spiels mehr zu tun als ihnen lieb war und insbesondere die Defensive geriet schnell unter Druck. Nur Torwart Naoto Kamifukumoto , welcher auch im letzten Spiel gegen den Yokohama FC einen großen Auftritt hatte, war es zu verdanken, dass man nicht sofort in Rückstand geriet. Kurz vor der Halbzeit war es dann aber Kamifukumoto, welcher gegen den Iwata Spieler Koki Ogawa einen Foulelfmeter verschuldete, den der 21-jähriger dann selber zur Führung für die Hausherren versenkte.

Auch in der zweiten Halbzeit war es dann der Vertreter der J1 Jubilo Iwata, der mehr vom Spiel hatte und insbesondere über die Seiten immer wieder brandgefährlich wurde.

Krzysztof Kaminski source

Auch der von den Gästen eingewechselte Stürmerveteran Leandro konnte das Ruder nicht mehr rumreißen, seine beste Chance wurde in der 65 Minute von Iwata's Torwart Krzysztof Kaminski zunichte gemacht.

In der 77 Minute wäre fast schon die Entscheidung gefallen, aber Okubo´s Grante traf nur die Latte und prallte von dort wieder ins Feld zurück.

Kurz darauf war es dann aber soweit. Ein perfekt getretener Freistoß von Taguchi fand an der Verdy-Mauer vorbei seinen Weg ins Netz.Für die Gäste war das der Todesstoß und für die Gastgeber Anlaß zur riesengroßen Erleichterung.

Die Zeit lief Tokyo Verdy nun davon und auch die 5 Minuten Nachspielzeit konnte das Gründungs mitglied der japanischen J-League nicht mehr retten. Als Referee Masaaki Iemoto das Spiel abpfiff war der Jubel auf Seiten der Hausherren unendlich, und wahrscheinlich bis auf die Spitze des nahen Mt. Fuji zu vernehmen. Auch Iwata-Trainer Hiroshi Nanami werden tausende Steine vom Herzen gefallen sein, denn seine Zukunft war ganz mit dem Verblieb in der 1. Liga verbunden.

Großes Aufatmen also bei Jubilo Iwata und verständlichen Enttäuschung bei den Spielern von Tokyo Verdy, die trotz allem Stolz auf ihre Leistung sein können.

Aber so ist es im Sport und besonders beim Fußball nun einmal. Es kann nur einen Sieger geben, und am heutigen Tag war das die Mannschaft von Jubilo Iwata. Obwohl auch dort mit dieser Saison nicht wirklich zufrieden sein kann, da man ja eigentlich eher um die Meisterschaft mitspielen möchte. Zum Anfang des Jahres hätte dort wohl keiner gedacht, dass man bis zum heutigen Tag zittern und bangen musste, ob man denn den Klassenerhalt wirklich schafften würde.

Aber jetzt ist erst einmal Winterpause und alle Mannschaften können sich erst einmal erholen und neue Kräfte tanken, bevor es dann Ende Februar wieder um Punkte in der J-League geht.

Eine Mannschaft hat aber auch in diesem Monat noch etwas zu tun. Der Sieger der asiatischen Champions League, Kashima Antlers, darf bei den Klubweltmeisterschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten noch einmal zeigen, wie gut sie dieses Jahr drauf sind.

Da bleibt mir nicht anderes als auch diesen Beitrag mit einem unzählige Male verwendeten Anfeuerungsruf zu beenden:

頑張ってください Ganbatte kudasai